- Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Feuer machen unter freiem Himmel ist
- Schnelle Rezepte für unterwegs
- Sättigende Outdoor Gerichte nach einem langen Tag
- Süsses vom Lagerfeuer als Belohnung
- Die richtige Ausrüstung für das Outdoor Kochen
- Vorschriften und Sicherheit beim Feuermachen in der Schweiz
Einfache und leckere Rezepte zum Kochen am Feuer
Wer draussen unterwegs ist und sein Essen über offener Flamme zubereitet, erlebt Kochen auf eine ganz ursprüngliche Art. Ob auf einer mehrtägigen Trekkingtour durch die Schweizer Alpen, beim Biwakieren im Wald oder beim gemütlichen Abend mit Freunden am Lagerfeuer: Rezepte zum Kochen am Feuer brauchen weder eine aufwendige Küche noch ausgefallene Zutaten. In diesem Beitrag findest du erprobte Gerichte, die mit wenig Ausrüstung und einfachen Mitteln direkt über Flamme und Glut gelingen.
Das Wichtigste in Kürze
Kochen am Feuer ist mit der richtigen Vorbereitung auch für Einsteiger unkompliziert.
- Hartholz wie Buche oder Eiche liefert die beste Glut zum Kochen, Nadelholz eignet sich nur als Anzündmaterial
- Ein Kochfeuer braucht 20 bis 40 Minuten, bis genügend Glut vorhanden ist
- Einfache Rezepte wie Stockbrot, Spiesse oder Folienkartoffeln gelingen mit wenig Ausrüstung und sind ideal für unterwegs
- Für deftige Gerichte wie Eintöpfe oder Gulasch eignet sich ein Dutch Oven oder Kochkessel am Dreibein
- Die Grundausstattung umfasst einen Grillrost oder Dreibein, einen robusten Topf, Grillzange und hitzebeständige Handschuhe
- In der Schweiz sind offizielle Feuerstellen zu bevorzugen, bei Trockenheit gelten Feuerverboten
- Das Feuer muss vor dem Verlassen vollständig gelöscht und der Platz sauber hinterlassen werden
Feuer machen unter freiem Himmel
Bevor es ans eigentliche Kochen mit Feuer geht, brauchst du ein Feuer, das zuverlässig brennt und die richtige Hitze liefert. Der wichtigste Unterschied: Ein Lagerfeuer mit offener Flamme eignet sich zum Wärmen und für Stimmung, ein Kochfeuer dagegen lebt von kontrollierter Glut. Genau diese Glut ist es, die dir gleichmässige Hitze gibt und verhindert, dass dein Essen anbrennt.
Hartholz wie Buche, Eiche oder Esche brennt langsam und erzeugt besonders langanhaltende, heisse Glut. Nadelholz wie Fichte oder Tanne verbrennt schnell und eignet sich nur als Anzündhilfe. Plane genügend Zeit ein, denn ein gutes Kochfeuer braucht Geduld: Erst wenn die Flammen erloschen sind und ein stabiles Glutbett entstanden ist, kannst du mit dem Kochen beginnen.
Feuerstelle in der Wildnis richtig anlegen
Wenn du auf dem Feuer kochen willst, beginnt alles mit einer gut angelegten Feuerstelle. Nutze wenn möglich bestehende, offizielle Feuerstellen, das schont die Natur und ist in vielen Schweizer Kantonen Voraussetzung. Falls du eine eigene Stelle anlegen musst, wähle einen sandigen oder steinigen Untergrund.
- Schichte Steine im Kreis auf, sie dienen als Windschutz und Begrenzung.
- Lege das Glutbett seitlich neben der Hauptflamme an, dort kochst du später mit gleichmässiger Hitze.
- Bereite genügend Brennholz und Anzündmaterial vor, bevor du das Feuer entzündest.
- Halte immer einen Wasservorrat oder ein anderes Löschmittel griffbereit.
Wer einen zuverlässigen Feuerstarterim Rucksack hat, spart sich gerade bei feuchten Bedingungen viel Zeit und Nerven.
Schnelle Rezepte für unterwegs
Nicht jedes Gericht am Feuer muss stundenlang garen. Gerade wenn du nach einem langen Marsch schnell Energie brauchst, zählen einfache Rezepte für über dem Feuer, die mit wenigen Zutaten und minimalem Aufwand funktionieren. Alle folgenden Gerichte lassen sich gut im Rucksack transportieren, da die Zutaten kompakt und ohne Kühlung haltbar sind.
Stockbrot und Flammkuchen direkt über der Glut
Stockbrot gehört zu den absoluten Klassikern am Lagerfeuer und ist ein bewährtes Feuerkochen Rezept. Der Teig ist denkbar einfach. Mehl, Wasser, eine Prise Salz und ein Schuss Öl. Zu Hause vorbereiten, in eine Tüte abfüllen und mitnehmen. Am Feuer wickelst du den Teig spiralförmig um einen frischen, entrindeten Stock. Haselnuss oder Buche eignen sich gut, giftige Hölzer wie Eibe oder Holunder musst du unbedingt meiden.
Halte das Stockbrot über die Glut und drehe es langsam, bis es rundum goldbraun und durchgebacken ist. Direkt in die Flamme halten verbrennt den Teig von aussen, während er innen roh bleibt. Wer Abwechslung will, rollt den Teig flach aus, belegt ihn mit Crème fraîche, Zwiebeln und Speck und backt ihn als Flammkuchen auf einem Grillrost über der Glut. Kräuter wie Rosmarin oder Knoblauch direkt in den Teig einarbeiten sorgt für zusätzlichen Geschmack.
Spiesse und Würstchen am offenen Feuer
Wer über offenem Feuer Rezepte sucht, die in wenigen Minuten fertig sind, landet schnell bei Spiessen und Würstchen. Stecke die Würstchen auf einen Stock oder Metallspiess und halte sie über die Glut. Regelmässig drehen, bis sie von allen Seiten knusprig gebräunt sind. Der richtige Abstand liegt bei etwa 10 bis 15 Zentimetern zur Glut.
Gemüsespiesse mit Paprika, Zucchini, Zwiebeln und Pilzen bieten eine leichtere Alternative. Auch mariniertes Poulet oder Schweinefleisch auf Spiessen gelingt über dem offenen Feuer hervorragend. Ein praktischer Tipp: Holzspiesse vorher 20 Minuten in Wasser einlegen, dann brennen sie nicht so schnell durch.
Folienpäckchen mit Gemüse und Kartoffeln aus der Asche
Folienpäckchen gehören zu den praktischsten Rezepten fürs Kochen am offenen Feuer, denn du brauchst dafür kein einziges Stück Kochgeschirr. Lege Alufolie doppelt, schneide Kartoffeln in Scheiben, gib Gemüse nach Wahl dazu und würze alles mit Öl, Salz und Kräutern. Päckchen fest verschliessen und direkt in die heisse Asche oder auf die Glut legen.
Die Garzeit beträgt je nach Grösse der Stücke etwa 20 bis 30 Minuten. Zwischendurch einmal wenden sorgt für eine gleichmässige Garung. Besonders gut funktionieren Kartoffeln mit Rosmarin und Knoblauch, Süsskartoffeln mit Paprika oder Maiskolben mit Kräuterbutter.
Sättigende Outdoor Gerichte nach einem langen Tag
Wenn du den ganzen Tag gewandert bist oder im Camp gearbeitet hast, brauchst du etwas Richtiges. Dafür gibt es Gerichte über Feuer, die satt machen und mit einer vollwertigen warmen Mahlzeit belohnen. Die folgenden Rezepte brauchen etwas mehr Zeit und Ausrüstung, sind aber ideal für Abende, an denen du in Ruhe am Lagerfeuer kochen und geniessen kannst. Wer noch mehr Inspiration für die Outdoor-Küche sucht, findet im Armyshop Ratgeber weitere Camping Rezeptefür unterwegs.
Eintöpfe und Suppen im Dutch Oven oder Topf
Ein Eintopf ist das perfekte Outdoor-Gericht, weil alles in einen Topf kommt und das Feuer den Rest erledigt. Wenn du Essen über Feuer kochen willst, das richtig satt macht, ist ein Dutch Oven oder ein robuster Kochkessel am Dreibein die beste Wahl. Stelle den Topf auf die Glut, brate Zwiebeln und Fleisch an, gib Kartoffeln, Karotten und Brühe dazu und lass alles vor sich hin köcheln.
Gulasch, Chili con Carne oder ein klassischer Gemüseeintopf sind bewährte Rezepte, die immer gelingen. Die Garzeit variiert je nach Rezept zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Regelmässiges Umrühren verhindert, dass etwas am Boden ansetzt. Wer keinen Dutch Oven dabei hat, kann auch einen einfachen Edelstahltopf verwenden. Getrocknete Hülsenfrüchte, Gewürze und Brühwürfel sind leicht, lange haltbar und sparen Platz im Rucksack.
Fleisch und Fisch auf dem Rost oder Spiess
Ein Grillrost über der Feuerstelle bietet die einfachste Möglichkeit, Fleisch und Fisch direkt über der Glut zu garen, und ist die Grundlage vieler Rezepte zum Kochen über Feuer. Steaks, Koteletts oder Pouletschenkel direkt auf den Rost legen und bei gleichmässiger Hitze grillen. Wichtig dabei: Erst auflegen, wenn die Flammen erloschen sind und nur noch Glut vorhanden ist. Offene Flammen verbrennen das Fleisch von aussen, ohne es innen zu garen.
Fisch gelingt besonders gut, wenn du ganze Forellen mit Kräutern und Knoblauch füllst und sie in ein Grillgestell klemmst oder direkt auf den Rost legst. Die Garzeit hängt von der Dicke ab:
1. Steaks brauchen etwa 3 bis 5 Minuten pro Seite
2. Fisch rund 7 bis 8 Minuten pro Seite
Ein praktischer Tipp für unterwegs: Marinaden zu Hause vorbereiten und in einem verschliessbaren Beutel mitnehmen.
Einfache Pfannengerichte über der Flamme
Mit einer Gusseisenpfanne über dem Feuer eröffnen sich viele Möglichkeiten für Feuer Kochen Rezepte, die schnell und unkompliziert gelingen. Rührei mit Speck ist der Frühstücksklassiker am Lagerfeuer. Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Kräutern funktionieren als schnelle Beilage oder vollwertiges Hauptgericht. Pfannenbrot gelingt, indem du den Teig in der geölten Pfanne flach drückst und von beiden Seiten goldbraun bäckst.
Gusseisen speichert die Hitze optimal und verteilt sie gleichmässig. Das ist ein entscheidender Vorteil beim Kochen über ungleichmässiger Glut. Auch eine Gemüsepfanne mit saisonalen Zutaten lässt sich problemlos über dem offenen Feuer zubereiten und bietet eine leichtere Variante für warme Sommerabende.
Süsses vom Lagerfeuer als Belohnungt
Nach einem langen Tag in der Natur darf eine kleine Süssigkeit nicht fehlen. Auch Desserts lassen sich problemlos am Feuer zubereiten und brauchen nur wenige Zutaten. Gerade als Essen fürs Lagerfeuer sind süsse Snacks bei Gross und Klein gleichermassen beliebt und runden jeden Abend am Feuer perfekt ab.
Bananen mit Schokolade und Bratäpfel aus der Glut
Die Schokobanane ist der schnellste Nachtisch am Feuer. Banane der Länge nach einschneiden, die Schale dran lassen, Schokoladenstücke in den Schnitt stecken und das Ganze in Alufolie wickeln. Etwa 10 Minuten in die Glut legen, dann ist die Schokolade geschmolzen und die Banane weich und warm. Ein einfaches Gericht, das jedes Mal begeistert.
Bratäpfel sind die rustikale Variante: Kerngehäuse ausstechen, den Apfel mit Nüssen, Rosinen, Honig und Zimt füllen, in Alufolie wickeln und 15 bis 20 Minuten in der Asche garen. Wer es noch süsser mag, spiess Marshmallows auf einen Stock und dreht sie langsam über der Glut, bis sie aussen goldbraun und innen cremig weich sind. Für S'mores den warmen Marshmallow mit Schokolade zwischen zwei Butterkekse pressen.
Die richtige Ausrüstung für das Outdoor Kochen
Gutes Equipment macht beim Kochen am Feuer den Unterschied zwischen einem gelungenen Essen und einem frustrierenden Erlebnis. Du brauchst keine Profi-Ausrüstung, aber ein paar durchdachte Gegenstände erleichtern die Zubereitung enorm. Achte auf robuste Materialien, die hohen Temperaturen und rauen Outdoor-Bedingungen standhalten.
Kochgeschirr und Zubehör für die Wildnisküche
Ein Kochkessel ist der Allrounder für Eintöpfe, Suppen und sogar Brot backen. Du kannst ihn direkt auf die Glut stellen oder an einem Dreibein über dem Feuer aufhängen. Ein Dreibein-Grill ist höhenverstellbar, stabil und ermöglicht dir kontrolliertes Kochen, weil der Topf frei über der Flamme hängt und du den Abstand zur Glut jederzeit anpassen kannst.
Ein klappbarer Grillrost gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Er ist leicht, kompakt und unverzichtbar, wenn du Fleisch, Fisch oder Gemüse direkt über der Glut grillen willst. Die Gamelle, das klassische Schweizer Armee-Essgeschirr, ist kompakt, robust und vielseitig als Topf, Schüssel oder Teller einsetzbar. Eine Gusseisenpfanne speichert Hitze optimal und eignet sich perfekt für Bratkartoffeln, Rührei und Pfannenbrot.
Hitzebeständige Handschuhe, eine lange Grillzange und ein stabiles Outdoor-Messer gehören ebenfalls in deine Ausrüstung. Bei längeren Touren lohnt es sich, auf das Gewicht zu achten und Kochsets zu wählen, die sich ineinander stapeln lassen und so Platz im Rucksack sparen.
Vorschriften und Sicherheit beim Feuermachen in der Schweiz
Wer in der Schweiz draussen Feuer machen will, muss sich an klare Regeln halten. Sicherheit hat immer Vorrang, sowohl für dich als auch für die Natur. Die Vorschriften variieren je nach Kanton und Jahreszeit, deshalb ist es wichtig, sich vor jeder Tour zu informieren. Wer sich grundsätzlich mit dem Thema Überleben und Sicherheit in der Natur beschäftigen will, findet im Armyshop Ratgeber hilfreiche Survival Tipps für die Wildnis.
Wo offenes Feuer erlaubt ist und worauf du achten musst
In der Schweiz gibt es ein dichtes Netz an offiziellen Feuerstellen, die frei zugänglich sind. Nutze diese bestehenden Plätze, wann immer es möglich ist. In vielen Kantonen ist wildes Feuermachen im Wald nur mit Erlaubnis des Grundeigentümers oder des Försters gestattet. Bei Trockenheit und erhöhter Waldbrandgefahr gelten Feuerverbote, die unbedingt einzuhalten sind. Aktuelle Informationen findest du jeweils auf der Website deines Kantons.
Feuer sicher löschen und Spuren beseitigen
Ein Feuer darfst du niemals unbeaufsichtigt lassen. Vor dem Verlassen musst du es vollständig löschen: Mit Wasser ablöschen, die Asche umrühren und nochmals Wasser nachgiessen, bis kein Rauch mehr aufsteigt. Zur Kontrolle die Handprobe machen: Halte den Handrücken über die Feuerstelle. Es darf keine Wärme mehr spürbar sein.
Asche und Reste entweder verteilen oder in einem Beutel mitnehmen. Alufolie und andere Abfälle gehören nicht in die Natur, sondern werden eingepackt und zu Hause entsorgt. Der Grundsatz lautet: Verlasse den Platz so, wie du ihn vorgefunden hast.
Hartholz wie Buche oder Eiche brennt langsam und erzeugt gleichmässige Glut. Nadelholz eignet sich nur zum Anzünden.
Rechne mit 20 bis 40 Minuten, bis genügend Glut vorhanden ist. Erst dann ist die Hitze gleichmässig genug.
Ein Grillrost oder Dreibein, ein Topf oder Dutch Oven, Grillzange, hitzebeständige Handschuhe und ein gutes Messer.
Flamme liefert direkte, starke Hitze zum Anbraten. Glut gibt gleichmässige Wärme ab und eignet sich zum Garen und Schmoren.
Nein. Nutze offizielle Feuerstellen. Bei Trockenheit gelten Feuerverbote. Informiere dich beim jeweiligen Kanton.